Developer Open Space 2015

Letztes Jahr habe ich über den Developer Open Space 2014 gebloggt. Auch dieses Jahr werde ich wieder teilnehmen.

Das Besondere am Konzept Open Space ist der freie Tagungscharakter. Bis kurz vor Beginn existiert keine festgelegte Agenda. Die Teilnehmer bestimmen die Themen des jeweiligen Tages gemeinsam. Die konkrete Programmiersprache ist dabei weniger entscheidend. Der Grund für alles ist einfach erklärt: Gute Gespräche hat man häufig ohne Agenda, beim Kaffee und beim „du“.

Vor acht Jahren gab es die erste Ausgabe der (Un-)Konferenz mit dem Namen Developer Open Space, die genau nach diesem Prinzip eines freien Tagungscharakters aufgebaut ist und sie findet dieses Jahr vom 16.–18. Oktober 2015 in Leipzig statt. Natürlich gibt es auch „Klassiker“, die jedes Jahr von den Teilnehmern als Themen festgelegt werden, nämlich vor allem der Erfahrungsaustausch wie „Git richtig einsetzen“, „Scrum ruinieren“, „PowerPoint zerstört Wirkung“, „NuGet ist kaputt“, „Telemetrie in Web-Apps“, „Gescheiterte Projekte – Was gelernt?“ oder „Warum ist die WCF nur so langsam?“. Daneben gibt es auch rein technische Themen wie etwa AngularJS, Docker, HTML5/CSS3 oder NoSQL.

Ergänzt wird der Open Space um einen Workshop-Tag, bei dem die Teilnehmer aus rund 20 Workshops auswählen können, beispielsweise zum Thema Agilität. Die Fotos von der Konferenz sprechen für sich. Alles ist soweit wie möglich selbst organisiert, das heißt, die Räume, die Infrastruktur, das Catering, aber eben auch nicht mehr.

Anmeldung

Die Anmeldung ist seit einiger Zeit möglich. Die Plätze sind begrenzt. Nimm teil! Informiere gerne auch Kollegen, befreundete Unternehmen oder Bekannte über diese gute Sache.

Developer Open Space Leipzig

Vom 17. bis 19. Oktober fand in Leipzig der alljährliche Developer Open Space statt, ein Art Anti-Konferenz in der es keine festen Strukturen, dafür aber genug Freiraum für die Teilnehmer gibt, sich zu Themen auszutauschen, die sie wirklich interessieren. Neben allerlei Häppchen und Getränken war auch genug Zeit für genügend leckere Workshops und von den Teilnehmern selbst organisierten Sessions.

Los ging es am 17.10. mit dem Thema IT-Sicherheit mit Lars Kumbier. Bereits bekannte Angriffe wurden ebenso systematisch beleuchtet, wie ein komplettes Praxisbeispiel zum Thema SQL-Injection, ein Angriff, bei welchem des Testsystem binnen Minuten in der Hand des Angreifers war. Am Schluss durfte jeder seine eigenen kleinen Sicherheitslücken in den Code der Plattform seiner Wahl klopfen, angreifen und anschließend korrigieren.

Am 18. Oktober ging es mit den Sessions weiter. Nach der üblichen einstündigen Vorstellung der Sessions schwärmten die Entwickler und solche, die es noch werden wollen, in die jeweiligen Räume aus, um sich in die einzelnen Runden zu setzen und ihre Erfahrungen in die fachlichen Diskussion einwerfen zu können oder einfach schweigend zuzuhören beziehungsweise die Live-Demo zu betrachten.

Es ist erstaunlich, wie viel der Developer Open Space, der noch vor einigen Jahren “.NET Open Space” hieß, auch für nicht-.NETler zu bieten hat. Nennenswert ist insbesondere der hohe Anteil an Soft-Skill und Projektmanagement-Sessions. Naturgemäß geht man als SAPler dort eher hin als, zur Session “Microservices”, aber auch einige Microsoft-spezifische Diskussionen haben durchaus Charme, auch wenn nicht alle technischen Details auf den ersten Blick klar sind. Zumindest erkennt man, wohin in anderen Bereichen der Enterprise-IT die Reise hin geht. Oder man bietet kurzerhand einfach seine eigene Session an.

Session-Plan

Bemerkenswert ist auch die hohe Professionalisierung und Agilität der .NET Community in Bezug auf Entwicklungsprozesse, die bei Projektmanagement-Methoden wie Scrum und Entwicklungsansätzen wie Test-Driven-Development deutlich wird und bei einer kritischen Betrachtung der für den jeweiligen Einsatzzweck geeigneten Frameworks noch nicht des Ende der Fahnenstange erreicht hat.

Fazit: Wer aus den DACH-Ländern kommt, sollte hier unbedingt mal vorbei schauen, ungeachtet der Profession. Es ist für jeden etwas dabei, nicht nur Kaffee, Club Mate und Kuchen.